„Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist!“ (Lk. 6, 36)
So lautet die Jahreslosung für das neue Jahr 2021!
Ich finde, es ist eine wunderbare Jahreslosung, denn ich glaube, dass wir genau das gerade in unserer momentanen Situation besonders brauchen: Barmherzigkeit! Gerade jetzt brauchen wir einander mehr als sonst und phantasievoller und verantwortlicher als sonst, wir brauchen einander!
Doch was ist Barmherzigkeit? Denken Sie einen kleinen Augenblicke darüber nach!
Wie jedes Jahr, gibt es auch dieses Jahr ein Lied zur Jahreslosung, über den nachstehenden Link können Sie es sich im Internet anhören:
jahreslosung.net/das-ist-das-wunder-materialien
Was ist Barmherzigkeit? Hier einige Auszüge aus dem Lied: „Barmherzig sein heißt Zeit verschenken, zusammen lachen, Neues denken, zusammen weinen, Schweigen wagen, Schweres tragen und Brücken bauen, wachsam sein und Menschenfeindlichkeit vertreiben…Wer geht und fragt nach, lädt die Einsamen ein, in Gemeinschaft zu sein.“ (Gottfried Heinzmann, Hans-Joachim Eißler).
In unserer Jahreslosung ist gesagt, dass Gott es ist, der uns seine Barmherzigkeit schenkt!
Wir können die Barmherzigkeit Gottes, seine Liebe zu uns erfahren. So können wir mit uns selber barmherzig sein und in Folge dessen auch mit dem anderen barmherzig sein.
Käte Hamburger, eine deutsche Philosophin, definierte Barmherzigkeit als tätige Nächstenliebe. Der Nächste sei jeweils der, den der Mensch durch barmherziges Handeln zu seinem Nächsten macht. Mitleid sei hingegen keine Charaktereigenschaft, sondern gehöre dem menschlichen Gefühlsleben an. Barmherzigkeit bezeichnet somit eine existenzielle Betroffenheit im Innersten und ein Tun, das mehr ist als bloßes Gefühl des Mitleidens.
Das Wort „barmherzig“ leitet sich sprachgeschichtlich ab von: „beim Armen sein Herz haben.“
Erinnern wir uns noch einmal an das Zitat vom Anfang: existenzielle Betroffenheit und Tun, hier einfacher ausgedrückt: „Das Leben dessen, der meine Hilfe braucht, berührt mein Herz! Und dem folgt dann mein Handeln!“ Barmherzigkeit ist nicht bloßes Mitleid, sondern „mit-leiden“ im wahrsten Sinne des Wortes, ist Unterstützung und Begleitung!
Hören wir zum Schluss noch einmal auf die Botschaft des Liedes von Gottfried Heinzmann und Hans-Joachim Eißler:
„Wer geht nun den Schritt? Das allein braucht schon Mut. Doch Versöhnung tut gut.
Wer tritt dafür ein? Jeder, der etwas sieht und Barmherzigkeit liebt.
Seid barmherzig, denn euer Vater im Himmel ist es auch.
Schaut euch um und seht, dass ihr einander braucht.
Seine Liebe macht die Gedanken und Herzen weit.
Das ist das Wunder der Barmherzigkeit.“
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes, neues Jahr 2021!

