Wie schön, Menschen zu erleben, die sich kennen, mögen und zusammenhalten: lachende Begrüßungen, „Abklatschen“ oder Umarmungen (was davon noch „übrig“ ist), flapsig-liebevoller Wortwechsel mit ganz viel Einvernehmen und Vertraulichkeit.
Und neulich sogar das: da bringt ein Kellner zwei Edelgetränke zum Nachbarplatz und sagt dem perplexen Paar: schöne Grüße vom Tisch da hinten! Und schon eilten Menschen lachenden Gesichts mit viel Hallihallo aufeinander zu und zeigen einander vor aller Augen dieses kostbare Zusammengehörigkeitsgefühl.
Erleben sie das auch in ihrem Umfeld und ihren Kreisen oder fehlt es ihnen aktuell gerade schmerzlich? Wohl wahr, dass wir alle diese gute Angliederung brauchen und anstreben, weil es uns Verbundenheit und Akzeptanz schenkt, von der wir leben. Wie in einem alten Gedicht schön gesagt: Du bist mein, ich bin dein, dessen sollst du sicher sein. Wir sind nicht darauf angelegt, allein dazustehen und uns selbst zu genügen. Bei dem vielen Gutheißen seiner Schöpfung fand Gott dies eine ausgenommen gar nicht gut, dass der Mensch allein sei. Der braucht (und bekam von seinem Schöpfer) seinesgleichen für Liebe und Gemeinschaft jeder Art. Er will nicht außen vor oder am Rande bleiben, sondern dazugehören. Wo einem diese Anteilnahme abgeht, da haben sich Menschen diese Folgen eingestanden: angespannt, traurig, ängstlich, aggressiv, mutlos, dumm, allein.
Ich denke: was habe ich wieder falsch gemacht; mir ist alles egal; lass mich bloß in Ruhe. Ich ziehe mich zurück, rede kaum; habe keine eigenen Ideen; bin gereizt, schlecht gelaunt und kritisiere andere Leute. Ich erlebe die andern als abweisend, lästig, gemein, fremd und als weit weg. Wir spüren, welches Lebenselixier hier auf dem Spiel steht und unser Lebensglück ausmacht oder kostet.
Gutes Einbezogenwerden nährt das Herz! Und diese Seelenkost wird uns von Gott ständig vermittelt und angeboten, besonders als Zugehörigkeit und Aufgehobensein bei ihm. So auch in der morgigen biblischen Wocheneröffnung: Ihr gehört mitten hinein, gehört voll zu dem neuen Volk, das Gott sich erwählt hat, und seid Teil von Gottes Familie. Eph.2, 19 Wer sich das zu Herzen gehen lässt, kann wohl Kierkegaard zustimmen: Niemals hat irgendwie irgendeine Lehre auf Erden Gott und Mensch wirklich so nahe zusammengebracht wie das Christentum. Gott will uns mit sich zusammen-, auf einen Nenner und auf eine Ebene bringen. Dafür geht er bis heute mit Jesus Christus das Wagnis der Liebe ein, das uns als seine Schwestern und Brüder ganz in die Familie der Kinder Gottes einbezieht. In diesem Zusammenhang und solcher Verbindung macht unser Leben einfach am meisten Sinn und schenkt uns eine ewige Zugehörigkeit: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein eigen. Mich stimmt das von Herzen froh. Sie auch?

