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21.10.2021 Kategorie: Wort

Neues pflanzen

Zum Abschluss der Kinderferienbetreuung haben wir einen Birnbaum im Pfarrgarten gepflanzt. Birnen gedeihen eigentlich nicht so richtig in Braunlage. Zu hoch, zu karg, zu kalt. Aber vielleicht macht der Klimawandel Neues möglich? Schon einmal ist ein Birnbaum in einem etwas anderen Klimawandel gewachsen. Das Gedicht des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland erzählt davon: Der war beliebt, weil er zu Lebzeiten Birnen an die Dorfjugend verschenkte. Da er ahnte, dass seine Nachfolger das nicht weitermachen würden (der Garten samt Birnbaum wurde verriegelt!), ließ er sich eine Birne mit ins Grab legen. Aus dem tatsächlich ein Birnbaum spross. Und die Dorfjugend durfte wieder naschen!

Im Pfarrgarten trauen wir uns, Neues zu pflanzen. Es einfach zu probieren. Wir glauben, der Birnbaum mit dem schönen Namen „Gute Luise“ wird wachsen und gedeihen. Er hat auch einen Gefährten. Letztes Jahr wurde zu Antons Taufe schon ein Birnbaum gepflanzt. In diesem Jahr hat er geblüht. Immerhin. Mit einem zweiten Baum an seiner Seite erhöht sich die Chance, dass sie irgendwann schöne Birnen tragen. Die dürfen dann genascht werden. Versprochen.  

So singen wir – bewusst und etwas trotzig – im Klimawandel gemeinsam mit der Trauergesellschaft aus Fontanes Gedicht das alte Lied: Jesus meine Zuversicht. Und vertrauen darauf, dass mit Gottes Hilfe immer wieder Neues wachsen kann, den nachfolgenden Generationen zum Leben. Und zur Freude.

P.S. Bis heute wird der Birnbaum auf der Grabstelle der von Ribbecks im Havelland immer wieder nachgepflanzt.

Beitrag von Pfarrerin Kirstin Müller