Die Steinzeit ist nicht zu Ende gegangen, weil die Steine ausgegangen sind. Was für ein schöner hintergründiger Humor, der natürlich sofort die Frage beinhaltet: warum dann? Weil es eine große Innovation gab, Kupfer und Bronze den Stein für Werkzeuge und Waffen immer mehr ablösten. Manchmal können Weiterentwicklungen ganze Epochen neu begründen, lebenserhaltend und -gestaltend die Zukunft ermöglichen. Gerade unser Menschenleben als besondere Spezies lebt von solchen Fortschritten in neue Zeiten hinein oder wir „stagnieren uns zu Tode“. Wie es einst Alt-Bundespräsident Herzog in seiner „Ruckrede“ befand: Die Fähigkeit zur Innovation bestimmt unser Schicksal.
Visionär und änderungsbereit zu leben und zu gestalten – das ist heute gewiss mehr denn je verlangt und dabei geht es wahrlich nicht nur um neue Erfindungen im Bereich von Wissen und Technik. Sondern darum, wie wir zueinander und zusammen stehen, damit gut und erträglich leben allen ein (Herzens)Anliegen für alle ist! Ein Steinhaufen hört auf, ein Steinhaufen zu sein, wenn jemand ihn mit der Idee einer Kathedrale vor Augen betrachtet. Innovativ Gesellschaft, Gemeinschaft, Familie, Stadt und Land und natürlich auch Kirche sein, wo das Jeder für Jeden und alles für alle wieder blühend hervortritt und das „Wenige auf Kosten Vieler“ zurückdrängt und überwindet. Wo ein Mensch den andern sieht, nicht nur sich und seine Welt. Wo ein Mensch sich selbst verschenkt und den alten Weg verlässt.
Wo sind die, auf die dies zutrifft: Sei ein Innovator, nicht ein Imitator. Wahrscheinlich unter denen: Sie haben nicht gewusst, dass es unmöglich ist. Also haben sie es getan. In diese Richtung zielen für mich die ersten und letzten Worte des Neuen Jahres, die wir zur Leitdevise für 2026 erhoben haben und aus denen Gott klipp und klar seine Ambitionen mit uns hervorgehen lässt: Siehe, ich mache alles neu! Das Gegenteil davon, alles beim Alten zu lassen! Und so beginnt jede innovative Besserung immer mit dem Loslassen und Trennen von alten Formen und Ansichten.
Ohne „schöpferische Zerstörungen“ wird es nicht gehen. Bei Jesus findet sich dieser Passus vielfach wortwörtlich und tatkräftig: euch wurde gesagt – ich aber sage euch! Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln. Dann werdet ihr wissen, was Gott von euch will: Es ist das, was gut ist und ihn freut und seinem Willen vollkommen entspricht. Siehe, ich mache alles neu! Seid ihr dabei? Macht ihr mir´s nach? Ob sie es glauben oder nicht, Jesus Christus besitzt bis heute die größte Innovationskraft und steht für diese globale Erneuerungsbewegung Gottes vollkommen ein. Sich von ihm dabei miteinbeziehen lassen, das ist die Passion und Freude derer, die „Christen dem Leben nach“ sind. Auch unter dieser Bedingung: Innovationen sind Verstörungen. Sie stören das Bekannte, das Gewohnte, das Lieb-Gewonnene zugunsten einer neuen Idee, die einen Mehrwert hat für die Menschen und die Gesellschaft.

