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15.01.2021 Kategorie: Wort

Es ist immer mehr möglich

Kein Alkohol ist auch keine Lösung. Ein Lied von den „Toten Hosen“.

Sie berufen sich darauf, dass schon Jesus Wasser zu Wein gemacht hat. Stimmt. Die Geschichte ist lebensnah erzählt: Bei einem Hochzeitsfest geht der Wein aus. Maria sagt zu ihrem Sohn Jesus: Mach was! Der verwandelt daraufhin Waschwasser in guten Wein. Alle sind begeistert. Wenn es mal eng wird, wenn nicht gut geplant wurde, ist von Gott her noch was möglich. Und zwar reichlich und wohlschmeckend. Guter Wein steht in dieser Geschichte dafür, nicht auf Betäubung zu setzen, weil dann der nächste Tag wieder ernüchternd grau und trostlos sein kann, sondern dem Leben eine gute Grundstimmung zuzutrauen. In der Tiefe. Selbst wenn ich sie gerade nicht spüre. Sie immer für möglich zu halten.

„Sie haben keinen Wein mehr“, sagt Maria. Daraufhin fährt Jesus seine Mutter harsch an: „Was habe ich mit Dir zu schaffen, Frau?“

Lass mich in Ruhe, lese ich daraus. Letztlich aber macht er, was sie will. Er findet eine Lösung. Eine gute Lösung sogar. Ein Trost für alle, bei denen es gerade im Homeoffice und mit Homeschooling knirscht, finde ich.  Auch Eltern, die abgewiesen werden, können erleben, dass ihre Kinder etwas schaffen. Etwas Gutes. Und Kinder können das Vertrauen der Eltern spüren. Auch wenn sie es nicht gern zugeben. Eine gute Grundlage. Es ist immer mehr möglich, als wir sehen und glauben. Von Gott her.

Vergessen wir also das Gute nicht. Vertrauen wir darauf, auch wenn uns die Zeit lang wird. Träumen wir davon und halten Ausschau danach. Kleine Spuren lassen sich finden: Im Spaziergang durch den Schnee, im Licht eines neuen Tages, nachdem der vorherige grau und trostlos war, in einer kleinen Idee, wie ich mir und anderen eine Freude machen kann.

Nicht auf Gutes zu setzen ist auch keine Lösung. Also einfach weitermachen. Und Leben. Mit Gottvertrauen.

Beitrag von Pfarrerin Kirstin Müller