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19.08.2020 Kategorie: Wort

„Wenn das Salz nicht mehr salzt …“

„Ihr seid das Salz der Erde“ – so bezeichnet Jesus in der Bergpredigt die Menschen, die an ihn glauben. Ich mag dieses Bild sehr. Salz gibt Würze und Geschmack, es macht haltbar. Salz in einer Wunde kann auch reinigen und desinfizieren. So sollen wir Christinnen und Christen sein, so wünsche ich mir die Kirche: Würze im faden Einheitsbrei; nachhaltig die Schöpfung bewahrend; helfend und reinigend, wo Hilfe gebraucht wird.

In der letzten Zeit schien es manchen Menschen aber so, dass die Kirche gar nicht mehr wirksam wird, dass sie eigentlich auch nicht mehr gebraucht wird. Die Corona-Pandemie hatte auf allen Ebenen erhebliche Auswirkungen. Gottesdienste und andere öffentliche Veranstaltungen fielen aus. Das, was Kirche ausmacht, nämlich den Menschen nahe zu sein, wurde äußerst gefährlich. Die Gemeinschaft in der Kirche ist das genaue Gegenteil von social distancing, vom Abstand, der jetzt sein muss. Das Salz der Erde schien nicht mehr zu salzen. Dazu sagt Jesus, dass es dann unnütz ist und weggeworfen werden muss.

Ich habe aber gerade in den Corona-Zeiten erleben dürfen, dass das Salz der Erde sehr wohl ziemlich gut gewürzt hat – nicht in öffentlichen Großveranstaltungen und Gottesdiensten, aber besonders in kleinen Gesten und Hilfsleistungen von Video-Gottesdiensten über das Maskennähen, die Nachbarschaftshilfe und vieles andere bis hin zu vielen persönlichen Kontakten am Telefon oder auf anderen Wegen. Dafür bin ich allen, die sich daran beteiligt haben, sehr dankbar.

Weil das Salz für die Menschheit so wichtig ist, weil das Salz besonders hier in Bad Harzburg eine so große Bedeutung hat, feiern wir jedes Jahr Ende August in unserer Stadt ein großes Fest, das Salz- und Lichterfest – „eigentlich“. Dieses Jahr ist alles anders. Das große Fest fällt aus, Corona ist noch lange nicht vorbei. Aber wir können wieder zu Gottesdiensten zusammenkommen, auch wieder in etwas größerem Rahmen!

Am Sonntag, 23. August, haben wir den Salz-Gottesdienst am gewohnten Ort im Badepark gefeiert. Der Posaunenchor war dabei sowie Kantor Krüger und andere Beteiligte; fleißige Hände vom Bauhof der Stadt haben für Stühle gesorgt, damit wir im nötigen Abstand sitzen konnten.

Es war ein sehr schöner Gottesdienst!

Ihr Jens Höfel, Propst

Beitrag von Propst Jens Höfel