Francesco Petrarca nennt fünf große Feinde des Friedens: „Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz.“ Diese Kräfte wohnen wohl in jedem Menschen und machen sich mal laut, mal leise bemerkbar.
In den vergangenen Wochen konnten wir beobachten, was geschieht, wenn sich zu diesen inneren Feinden noch die Gefühle gesellen, nicht gesehen, nicht gehört, nicht wertgeschätzt zu werden. Dann entsteht eine explosive Mischung, die empfänglich macht für vermeintlich einfache Antworten und schnelle Schuldzuweisungen. Unfrieden wächst. .
Was also tun?
Wenn Unfrieden im Geist der Menschen entsteht, müssen – so die UNESCO – „die Bollwerke des Friedens im Geist der Menschen errichtet werden.“
Frieden entsteht also nicht in irgendwelchen Parlamenten, durch Schlagzeilen oder Wahlslogans. Frieden beginnt im Miteinander, dort, wo Vertrauen wächst und Menschen mit sich selbst und anderen in Frieden sein können.
Jesus sagt: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Mt 5,9)
Wer aber nur das eigene Wohl sucht, wer mit Argusaugen auf andere schaut, wer Missgunst und Wut auf Menschengruppen projiziert, die vermeintlich nicht dazugehören, der handelt nicht christlich und schon gar nicht im Sinne unserer Kultur. So jemand zerstört den Geist unserer Gesellschaft.
Auch wenn Vieles ungerecht ist, manches in unserem Land besser funktionieren könnte; sind nicht immer die anderen schuld oder verantwortlich. Manches kann im Kleinen verändert werden durch jeden Einzelnen/ jede Einzelne. Wir können alle Friedenstifter sein.
Denn am Ende werden wir uns selbst verantworten müssen- für unser Tun, unser Unterlassen und unser Denken. Das kann uns dann auch keiner abnehmen.
„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“
Ein Vers, der nicht nur tröstet, sondern uns in die Pflicht nimmt.
Gordana Prade
Diakonin im Pfarrdienst
Kirchengemeindeverband zwischen Harz und Harly
Goslar, 28.09.2026

