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19.03.2026 Kategorie: Wort

Richtfest

Haben Sie schon mal ein Haus gebaut? Wenn ja, wissen Sie wieviel Mühe, Arbeit und Gedanken das macht. Auch wie viele Pläne gezeichnet und dann doch wieder verworfen werden. Hier eine Idee, da eine andere. Passen sie zusammen? Der eine findet das schöner, die andere das. Wenn man als Paar ein Haus baut, geht das selten ohne Auseinandersetzungen. Und bis es überhaupt mal losgeht, vergehen schon mal Monate, gar Jahre. Doch dann folgt eins nach dem anderen. Es läuft nicht immer alles glatt. Wenn man viel in Eigenarbeit macht, muss man sich auch viel Wissen aneignen und möglichst viele Kontakte und Freunde haben, die mithelfen, damit das Projekt gelingt und sich nicht ins Unermessliche zieht. Wenn man mit Handwerksfirmen zusammenarbeitet, bedarf es einer guten Planung, damit ein Gewerk ins andere übergreifen kann und keine unnötigen Verzögerungen eintreten.

Und dann? Dann ist man froh, wenn zwischendurch mal gefeiert werden kann. Das Richtfest. Der Rohbau steht, alles ist gut ausgerichtet. Einmal durchatmen, nach vielen Diskussionen und Arbeitsstunden, vielleicht auch so manch blankliegendem Nerv. Aber auch vielen Stunden des einander Dienens und füreinander Daseins.

An diesem Sonntag feiern Judica, zu deutsch „richte“. Genauer: Judica me, Deus“ „Richte mich, Gott.“ Man könnte auch sofort auf das Gericht kommen, das hier Urteile gefällt werden. Und jetzt wird auch die eigentliche Leidenszeit Jesu auf dem Weg zum Kreuz eingeleitet. Doch „richte mich“, kann doch auch heißen: Einmal innehalten und durchatmen. Sich wieder ausrichten auf das, was richtig ist. Eine Art Richtfest. Sich neu (aus-)richten auf Gott und ihm so zu dienen, so wie Gott es in Jesus für uns getan hat. „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ (Markus 10,45)

Beitrag von Pfarrerin Sandra Jang