Das wäre großartig in dieser Zeit: Alles neu … menschengemachter Klimawandel; Kriege, Hass und Gewalt; Ausgrenzung von Menschen; Krisen, Angst und Unsicherheit; Extremismus; Verachtung von Freiheit und Demokratie … alles das gibt es nicht mehr, weil Gott alles neu macht. Was für eine wunderbare Utopie.
Ganz so sind die Worte aus der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch unserer Bibel, wohl nicht gemeint. Diese Worte bedeuten nicht, dass alles Vergangene nun einfach so vorbei und vergessen ist. Aber wir werden dazu ermutigt, Veränderungen und Neuanfänge in unserem eigenen Leben zu suchen und zu gestalten, alte Gewohnheiten abzulegen, neue Wege zu gehen oder Beziehungen zu erneuern.
„Siehe, ich mache alles neu“, das ist mehr als ein ferner Trost, es ist eine Einladung zum Leben im Hier und Jetzt. Wir werden erinnert an die Hoffnung auf eine Welt, in der Gottes Gerechtigkeit und sein Frieden herrschen werden. Wir werden aufgerufen, die Welt mitzugestalten und zu verbessern. Und das muss keine Utopie bleiben.
Wer nicht den Blick auf die großen Veränderungen richten mag oder will, kann die Jahreslosung 2026 auch im Kleinen anwenden – und versuchen, häufiger einen anderen Blickwinkel einzunehmen oder andere Meinungen zu suchen. Vielleicht ein bisschen schöner leben, freundlicher denken, mutiger lieben, wilder träumen, einander vertrauen.
„Siehe, ich mache alles neu“ – mit diesen Gedanken zur Jahreslosung für das Jahr 2026 grüße ich Sie.
Ihr Propst Jens Höfel

