Rund 500 Sängerinnen und Sänger, Posaunenchormitglieder und Instrumentalisten aller Altersgruppen sind 2009 in dreiundzwanzig Chören in der Propstei Bad Harzburg aktiv. Diese enorme Zahl spiegelt eine über Jahre hinweg gewachsene und dabei an Bedeutung gewonnene Musiktradition wieder. Das ist auch Spiegelbild einer relativ strukturschwachen Region, die sich mit Kultur, Natur, besonderen "Leuchttürmen" (Soletherme) und diversen Eventveranstaltungen (Hexentanz in den Mai) um zahlende Gäste bemüht. Außer in Braunschweig wird innerhalb der Braunschweigischen Landeskirche nirgendwo soviel Evangelium musikalisch verkündet wie hier. Der größte Teil des Gemeindelebens findet durch regelmäßige Teilnahme an einer dieser zahlreichen Laienmusikgruppen statt. Das ist gerade in kleineren Gemeinden, wie sie im Oberharz und am Harzrand vorzufinden sind, von großer Bedeutung.
Ein Propsteichortreffen findet alle zwei Jahre an wechselnden Orten in der Propstei statt. Dieses Treffen strahlt ein sichtbares und hörbares Zeichen von Gemeinschaft aus, die auch über Gemeindegrenzen hinaus praktiziert werden soll und wird (Bild: Propsteichortreffen am 26. September in Börnecke).
Drei hauptamtliche Kirchenmusiker haben ihre Stellen an den geographischen "Eckpunkten" Bad Harzburg, Blankenburg und Hasselfelde. Es gibt zwei "Musikzentren". Eine Sommerkonzertreihe mit Musik aus der eigenen Gemeinde (Kantorei und Posaunenchor) und von professionellen Ensembles wird an der St. Bartholomäus-Kirche in Blankenburg von Kantor Jürgen Opfermann jedes Jahr erfolgreich ins Leben gerufen. In der Lutherkirche in Bad Harzburg bietet Propsteikantor Karsten Krüger (Bild) ein reichhaltiges Konzertangebot mit jährlich ca. fünfundzwanzig Konzerten für die große Gemeinde der Kurstadt und die vielen Touristen. Beide Zentren bieten auch viele eigene Konzerte auf sehr hohem Niveau, beispielsweise Oratorienkonzerte von Bach bis Britten, sie veranstalten aber auch Orgelkonzertreihen mit internationalen Preisträgern, engagierten Künstlern, wie dem Organisten Matthias Eisenberg, dem Tenor Markus Brutscher, dem Blechblasquintett Ukrainian Brass, oder arbeiten zusammen mit dem Kammerorchester Georg Philipp Telemann und dem Braunschweiger Staatsorchester.
Einen Harzbesuch mit einem schönen Oratoriumkonzert zu verbinden lohnt sich in Bad Harzburg oder Blankenburg daher ebenso wie ein Ausflug zum Klosterdorf Walkenried, zur Westerncity in Hasselfelde, zum alten Bahnhof in Vienenburg, zur Eishalle in Braunlage oder zur Schlosskirche in Bündheim, wo man nach fleißigem Stöbern im Internet zum Tagesausklang hörenswerte Chor- und Instrumentalmusik direkt vor Ort in schönen Kirchen genießen kann.
Vier Orgeln sind in der Propstei von herausragender Bedeutung: eine dreimanualige Furtwängler & Hammer-Orgel in Blankenburg wird zurzeit restauriert. Die dreimanualige Sauer-Orgel in Bad Harzburg wurde 2001 von der Orgelbaufirma Scheffler restauriert. Sie ist in diesem Zustand und in dieser Stilrichtung etwas Einmaliges in und über diese Region hinaus. Beide Orgeln werden mit regelmäßigen Konzerten durch die eigenen Stelleninhaber oder durch internationale Preisträger und namhafte Künstler nicht nur in den Gottesdiensten zum Klingen gebracht. Außerdem sind die neu restaurierte Engelhardt-Orgel (19. Jh.) in Börnecke bei Blankenburg sowie die Barockorgel eines unbekannten Orgelbauers aus dem Jahr 1746 in Lochtum Kleinode von höchstem Wert. Die Lochtumer Orgel ist die einzige vollständig restaurierte Orgel der Ev.-Luth. Landeskirche Braunschweig.
Kontakt:
Propsteikantor Karsten Krüger
Lutherstr. 7
38667 Bad Harzburg
Tel.: 0 53 22 / 55 96 37
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